Fallstudie

Etiketten, Ausschuss, Personalaufwand: Wie hat Mercedes die Kennzeichnung von Rohkarosserien (Body in White) prozesssicher gemacht?

Vom manuellen Aufkleben von Etiketten zur permanenten Laserbeschriftung der Rohkarosserie:

Premium-Automobilhersteller

 

Rohkarosserie (Body in White) aus unbeschichtetem Stahl, Montagelinie mit einem Durchsatz von 120 Fahrzeugen/Tag (Deutschland)

Die Grenzen des bisherigen Verfahrens

 

Manuell aufgeklebte Klebeetiketten: 80.000 €/Jahr Personalaufwand sowie Verschrottung der kompletten Karosserie, sobald sich ein Etikett ablöst oder unlesbar wird

Laser – hoher Kontrast auf Stahl

 

Laser-Anlassbeschriftung (Laser-Annealing): kein Materialabtrag, kompatibel mit der anschließenden Lackierung

Kompakte Linienintegration

 

Faserlaser FIT 50 W, Markierfeld 30 × 30 mm, Durchsatz abgestimmt auf die Taktzeit der Montagelinie

Rückverfolgbarkeit von Rohkarosserien per Etikett: eine wiederkehrende Quelle für Ausschuss und versteckte Kosten

 

Auf der Rohbaulinie von Mercedes musste jede Karosserie über die gesamte Montagesequenz hinweg ein Identifikationsetikett tragen – vom ersten geschweißten Bauteil bis zum Einlauf der kompletten Karosserie in die Lackiererei. Dort wurde das Etikett vor der Lackierung wieder entfernt. Das Verfahren beruhte auf einem eigens dafür eingesetzten Mitarbeiter, dessen einzige Aufgabe das manuelle Aufkleben der Etiketten war – bei jährlichen Kosten von rund 80.000 Euro.

 

Das eigentliche Risiko lag jedoch im Fehlerfall. Löste sich ein Etikett während der Produktion ab oder wurde es unlesbar, verlor die teilmontierte Karosserie ihre Identifikation. Da es in diesem Stadium keine zuverlässige Möglichkeit gab, die Rückverfolgbarkeit wiederherzustellen, musste die Karosserie als Ausschuss verschrottet werden. Angesichts des Werts einer Rohkarosserie in einem fortgeschrittenen Montagestadium bedeutete jeder einzelne Vorfall einen erheblichen finanziellen Schaden – weit über den Kosten des Etiketts selbst.

 

Mercedes benötigte ein Kennzeichnungsverfahren, das über den gesamten Montageprozess hinweg lesbar bleibt, dem Handling und den Bedingungen auf der Linie standhält und mit der nachgelagerten Lackierung kompatibel ist.

 

Laserbeschriftung vor der Lackierung: die Rohkarosserie kennzeichnen, ohne Spuren zu hinterlassen

 

Die Laserbeschriftung der Rohkarosserie musste zwei scheinbar widersprüchliche Anforderungen erfüllen: einen ausreichenden Kontrast für eine zuverlässige Lesbarkeit über die gesamte Montage hinweg erzeugen – ohne jeglichen Materialabtrag und ohne Veränderung der Oberflächenrauheit.

Diese Anforderung setzte sich im nachgelagerten Prozess fort. Nach Abschluss von Montage und Kennzeichnung durchlief die Karosserie die Lackiererei. In dieser Phase musste die Markierung unter den Lackschichten spurlos verschwinden. Damit schied jedes Verfahren aus, das ein Relief, eine Prägung oder eine Mikroverformung erzeugt, die sich durch die Lackoberfläche hindurch abzeichnen könnte.

Bei 120 Fahrzeugen pro Tag musste sich der Beschriftungsvorgang zudem in die bestehende Taktzeit einfügen – ohne Zwischenpuffer und ohne manuellen Eingriff, mit einer Wiederholgenauigkeit, die auf jeder Karosserie dieselbe Lesbarkeit gewährleistet, ohne Nachjustierung durch den Bediener.

 

Anlassbeschriftung (Laser-Annealing) auf der Rohkarosserie mit dem FIT 50 W

 

SIC MARKING schlug einen Faserlaser FIT 50 W mit einem Standard-Markierfeld von 30 × 30 mm vor, abgestimmt auf die Integrationsvorgaben der Mercedes-Linie. Die FIT-Plattform wurde aufgrund ihrer kompakten Bauform und ihrer Eignung für die Integration in automatisierte Produktionsumgebungen ausgewählt.

 

Als Markierverfahren kommt die Anlassbeschriftung zum Einsatz. Anstatt die Oberfläche des Stahls zu gravieren oder abzutragen, erwärmt der Laser den Werkstoff kontrolliert und erzeugt eine sichtbare Oxidschicht unterhalb der Oberfläche. Diese Farbänderung (typischerweise dunkel und kontrastreich) sichert die Lesbarkeit ohne jeglichen Materialabtrag. Die Korrosionsbeständigkeit des Stahls bleibt erhalten, da die Oberfläche nicht verletzt wird.

 

Dieser Ansatz erfüllte beide kritischen Anforderungen unmittelbar: Die Markierung ist permanent und hält den mechanischen Kontakten beim Handling während der Montage stand, und sie erzeugt keinerlei Oberflächenunregelmäßigkeit, die den Lackierprozess beeinträchtigen könnte. Die Markierung wird einfach zusammen mit der restlichen Karosserie überlackiert – ohne Entfernung und ohne zusätzliche Vorbereitung.

 

 

Vom Wegwerfetikett zur permanenten Laserbeschriftung: messbare Verbesserungen auf der Rohbaulinie

 

Durch den Ersatz der Klebeetiketten durch eine permanente Laserbeschriftung hat Mercedes die Hauptfehlerquelle der Rückverfolgbarkeit auf der Rohbaulinie beseitigt. Die Markierung kann sich während der Montagesequenz weder ablösen noch beschädigt oder unlesbar werden. Das Risiko, eine teilmontierte Karosserie wegen verlorener Identifikation verschrotten zu müssen, wurde eliminiert.

 

Der für das Aufkleben der Etiketten eingesetzte Mitarbeiter – ein jährlicher Personalaufwand von 80.000 € – wird für diese Aufgabe nicht mehr benötigt. Die Laserbeschriftung läuft ohne manuellen Eingriff innerhalb der bestehenden Produktionstaktzeit.

 

Die Anlassbeschriftung hat die Korrosionsbeständigkeit des unbeschichteten Stahls erhalten – eine nicht verhandelbare Anforderung an Komponenten der Rohkarosserie vor KTL-Beschichtung und Lackierung. Die Markierung wird überlackiert, ohne die Lackoberfläche zu beeinträchtigen, und ist damit vollständig kompatibel mit dem nachgelagerten Prozess.

 

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